Wir haben es wieder geschafft!

Bericht zum Rad-Trainingslager - von einer Frau (nicht nur) für Frauen

 

12. Radtour vom 28. April bis 02. Mai 2001 durch die CR

 

20 050 lange, schöne und oft auch harte Kilometer – wir haben es geschafft. Nach fünf erlebnisreichen Tagen ist unser 12. Radtrainingslager zu Ende. Für alle 26 Sportler steht fest: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.

Angefangen hat alles bei der Familie Burow in Meusegast.

Vater Andreas glänzte als Organisator, Sohn Falk steuerte das Transportfahrzeug, Tochter Katja hielt die Radgruppen zusammen und Oma Hilde war unser Verpflegungsengel. Nach kurzer Einweisung stiegen wir pünktlich um 9 Uhr auf die Räder und starten in Richtung Böhmische Schweiz.

Mit den ersten Kilometern schwanden bei mir auch die Zweifel. Werde ich die Strecke durchhalten? Habe ich genügend trainiert? Ist alles eingepackt und nichts vergessen?

In Ehrenberg unterbrachen wir die Tour. Mit Blumen gedachte die Gruppe unserem Sportfreund Gerold D. Ein Motorradfahrer schnitt ihm auf dem Weg zur Arbeit die Kurve, Gerold starb im vorigen Jahr. Viele von uns kannten ihn, hatten mit ihm trainiert oder gemeinsame Wettkämpfe bestritten.

Die tschechische Grenze passierte unser Pulk noch vereint, dann fanden sich die Gruppen für die Strecken über 125, 135 und 187 Kilometer. Immer dabei: das Verpflegungsfahrzeug, ein Transporter, der auch unser Gepäck transportierte und das Schlussfahrzeug (gefahren von Dorit Franzke) für Notfälle. Glücklicherweise wurde dessen Besatzung während der gesamten fünf Tage nicht gebraucht.

Unser Zielort: das idyllisch inmitten von schönen Wäldern mit kleinen Bergen und Burgen gelegene Doksy . Das Quartier - eineHerberge- wird schon seit letztem Jahr von der Radtruppe genutzt. Gute Unterkunft für alle, preiswert, kräftiges Essen und ein schöner See vor der Haustür - Radlerherz, was willst du mehr?

Nach einem ausgiebigen Frühstück
starteten wir am nächsten Tag unsere
erste Trainingstour in Tschechien.

Wir konnten zwischen der Standartstrecke (ca. 140 - 180 Kilometer), der Vielfahrer- ("die Heizer", ca. 180 – 250 Kilometer) und der Wenigfahrerstrecker ("die Warmduscher", ca. 100 – 120 Kilometer) wählen. So bildeten sich jeden Tag immer wieder neue Gruppen, die ihre Strecken gemeinsam meisterten.
Besonders kräftig wurde jeweils auf den letzten Metern vor den vereinbarten Verpflegungspunkten in die Pedale getreten. Wie die Heuschrecken fielen wir über die belegten Schnitten her. Unsere gute Seele, die "Oma", schmierte uns gleich vor Ort noch welche nach - hungern oder dursten musste keiner. Nach der Rast ging es wieder aufs Rad.

Im nicht weit von Doksy entfernten Örtchen Mimon gab es ein schönes Eiscafe, so dass ich meine Trainingsstrecken gern dorthin "verlegte".

Abends saßen wir zusammen und erzählten.
Es wurden die gefahrenen Kilometer notiert,
kleinere Reparaturen erledigt und die
Wettkampfsaison besprochen.
Natürlich durfte das tschechische Bier nicht fehlen
- als Kraftnahrung.

Unsere Radgruppe bestand aus alten Hasen und jungen Hobbysportlern. Mich begeisterte die kameradschaftliche Atmosphäre und der Teamgeist. So profitierte ich von den Erfahrungen von Katja Burow. Als ich einmal den Anschluss an die Gruppe verloren hatte, spornte mich die erfahrene Radsportlerin an, mit einem kräftezehrenden Sprint wieder aufzuschließen.

Und es lohnte sich, in der Gruppe konnten wir wesentlich schneller und angenehmer fahren. So bot mir Gerd "Speedy" Haul sein kräftiges Kreuz als Schutz, wenn der Wind stark von vorn blies.

Am Ende standen 20 050 Kilometer für die 26 Teilnehmer zu Buche, dass bedeutet immerhin pro Man oder Frau 157,5 Kilometer pro Tag. Ich persönlich bin mit meiner Leistung (678 Kilometer insgesamt) sehr zufrieden und auf meine eignen Bestmarke (167 Kilometer an einem Tag) auch etwas stolz. Für das nächste Jahr möchte ich gerade die Frauen ermutigen mitzumachen. Viele von uns meistern schon im Alltag den Spagat zwischen Beruf, Familie und Sport.

Mit dem Radlager ergibt sich die Chance, zusammenhängend Trainingskilometer zu fahren. Und unser Truppe kennen zulernen, lohnt sich auch. Vor allem unseren "Chef" Andreas Burow. Er schaffte als einziger 1 037 Kilometer! Hut ab - und auf Wiedersehen im nächsten Jahr.

 

Euere Sabine Konrad (SG Adelsberg, Abt. Triathlon,
E-Mail-Adresse für mehr Informationen:
J.Konrad@t-online.de)

Fotos: Falk Burow (weitere Fotos von der 2001-Tour)

Statistik 2001

Teilnahmen

gefahrene Kilometer

10. Teilnahme

1

bis 500

1

9. Teilnahme

1

bis 600

2

8. Teilnahme

2

bis 700

5

7. Teilnahme

2

bis 800

4

6. Teilnahme

2

bis 900

12

5. Teilnahme

2

bis 1000

1

4. Teilnahme

4

über 1000

1

3. Teilnahme

4

Durchschnitt am 1. Tag

130km

2. Teilnahme

6

Durchschnitt am 2. Tag

171km

1. Teilnahme

6

Durchschnitt am 3. Tag

176km

   

Durchschnitt am 4. Tag

163km

   

Durchschnitt am 5. Tag

140km

       

Gesamtteilnehmer

26

Betreuer

4